NRW

Verleger schließen sich zusammen: Sorgen beim DJV

Medien

Freitag, 4. Januar 2019 - 15:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Münster/Bielefeld. In Westfalen tun sich zwei Zeitungsverlage zusammen. Die Titel aus Münster und Bielefeld kommen jetzt aus einem Haus. Die Gewerkschaft macht sich Sorgen um die Arbeitsplätze.

Die Herausgeber der „Westfälischen Nachrichten“ mit Sitz in Münster und des „Westfalen-Blatts“ in Bielefeld verstärken ihre bisherige Zusammenarbeit und schließen sich zusammen. Das Geschäft mit Tageszeitungen, Anzeigenblättern, Druckereien und Radiostationen wird seit dem 1. Januar 2019 in der Westfälischen Medien Holding AG geführt, wie die Unternehmensgruppen am Freitag gemeinsam mitteilten.

Daran hält die Unternehmensgruppe Aschendorff 76,5 Prozent, sagte Norbert Tiemann, der Chefredakteur der „Westfälischen Nachrichten“ der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesellschafter des „Westfalen-Blatts“ seien mit 20,09 Prozent beteiligt. Den Rest von 3,41 Prozent halte der Ippen-Verlag, der in Hamm mit dem „Westfälischen Anzeiger“ vertreten ist.

Der Zusammenschluss steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. „Eine Entscheidung dazu soll voraussichtlich noch im Januar fallen“, sagte Tiemann. Bereits seit 2011 ist Aschendorff mit rund 25 Prozent über die C.W. Busse Holding indirekt am „Westfalen-Blatt“ beteiligt. „Das ist eine reine Finanzbeteiligung mit punktueller Zusammenarbeit auch im redaktionellen Bereich“, erklärt Tiemann und ergänzt, die neue Holding sei für weitere Partner offen.

„Wir machen uns Sorgen um den dauerhaften Erhalt der Arbeitsplätze und die Tariftreue in Westfalen“, sagte Frank Stach, der NRW-Landesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) laut Mitteilung zu der Fusion. De facto sei die Gründung einer gemeinsamen Medienholding die endgültige Übernahme des Bielefelder Westfalen-Blattes durch die münstersche Aschendorff-Gruppe, sagte Stach. „Wir appellieren dringend an Aschendorff und deren Inhaber-Familie Hüffer, nicht die Billigpraxis aus Münster ohne tarifliche Bezahlung und Arbeitsschutz für Bielefeld zu übernehmen.“


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