NRW

Verschwundener Junge: Vorermittlungen gegen Polizei

Kriminalität

Donnerstag, 16. Januar 2020 - 12:59 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Recklinghausen. Nach der mutmaßlichen Ermittlungspanne im Fall eines über zwei Jahre verschwundenen Jugendlichen (15) im Ruhrgebiet hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen gegen Beamte der Duisburger Polizei eingeleitet. Hintergrund ist ein Hinweis nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ auf den Aufenthaltsort des Jungen - der aber „ohne weitere Ermittlungen zu den Akten genommen“ wurde, wie es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden vertraulichen Bericht an den Innenausschuss des Landtags heißt.

Der Junge war im Dezember in einem Schrank in der Wohnung eines Mannes (44) gefunden worden, gegen den damals wegen Kindesmissbrauchs ermittelt wurde. Laut dem Bericht des Innenministers hatte am 24. Juli 2019 eine „Aktenzeichen XY“-Zuschauerin einen Hinweis auf den Aufenthaltsort des Jugendlichen gegeben. Da sie das nur aus zweiter Hand wusste, rief die Polizei bei dem Mann an, der ursprünglich der Frau davon erzählt hatte. Der Mann nannte auch den Namen des tatsächlich bereits wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraften Recklinghäusers.

Doch das Ergebnis des Telefonats kam laut Bericht ohne weitere Ermittlungen zu den Akten. Es sei auch nichts im Computer abgespeichert worden. Erst fünf Monate später wurde der Jugendliche durch Zufall entdeckt.

Gegen den Verdächtigen, bei dem der Junge mehr als zwei Jahre lebte, wird laut dem vertraulichen Papier inzwischen auch wegen Vergewaltigung und des Herstellens jugendpornografischer Schriften ermittelt.


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