NRW

Vollsperrung für Belastungsprobe für A43-Brücke steht an

Bau

Freitag, 14. Mai 2021 - 05:43 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Herne. Mit der maroden A43-Brücke bei Herne muss eine weitere Autobahnbrücke in NRW dringend erneuert werden. Doch was kann sie bis dahin noch tragen? Ein Belastungstest soll das klären - die dafür notwendige Sperrung ist schlimmstenfalls ein bitterer Vorgeschmack.

Um herauszufinden, was die marode A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal noch aushalten kann, startet am Samstag ein Belastungstest unter kontrollierten Bedingungen. Für das wichtige Experiment und weitere Messungen sperrt die zuständige Autobahn GmbH den Streckenabschnitt zwischen den Kreuzen Herne und Recklinghausen für die kommenden zwei Wochenenden komplett.

Die wichtige Achse zwischen Ruhrgebiet und Münsterland wird zunächst von Freitagabend (22 Uhr) bis Montagfrüh (5 Uhr) und dann abermals am folgenden Wochenende von Freitag (20 Uhr) bis Dienstag (5 Uhr) für den Verkehr dicht gemacht. Schon jetzt gilt auf dem Streckenabschnitt ein Verbot für Fahrzeuge von mehr als 3,5 Tonnen, um die durchgebogenen Stahlträger der Brücke zu schonen.

Die Belastungsprobe soll den Ingenieuren und Gutachtern Aufschluss darüber geben, wie tragfähig die Brücke überhaupt noch ist. Mit Hilfe von Temperaturfühlern und empfindlichen Messtreifen, die in den vergangenen Wochen angebracht wurden, sammeln die Fachleute Daten, um in verschiedenen Szenarien kleinste Abweichungen zu den zulässigen Grenzwerten festzustellen. Dazu werden ab Samstagmorgen vier mit Kies beladene Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von jeweils 32 Tonnen auf die Brücke gerollt und an verschiedenen Positionen platziert. Die Messdaten, etwa Spannungen, Verformungen und Temperatur fließen in den Berechnungsmodell, dass den Zustand der Brücke möglichst genau abbilden soll.

Für Pendler, den Logistikverkehr auf der Strecke sowie für Nutzer und Anwohner der Ausweichrouten in Herne und Recklinghausen zeichnet sich damit auch eine Stunde der Wahrheit ab: Schlimmstenfalls fällt das Bauwerk ganz durch und muss für den gesamten Verkehr gesperrt werden, bestens Falls könnte die Sperrung für den Schwerlastverkehr aufgehoben werden. Ergebnisse des Tests liegen nach Angaben der Autobahn GmbH frühestens Ende Juni vor.

Fachleute hatten im April entdeckt, dass die Stahlträger der Brücke aus dem Jahr 1965 durch deutlich gestiegene Belastung in den vergangenen Jahren mehr als 20 Zentimeter durchgebogen waren.

© dpa-infocom, dpa:210514-99-592244/2

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