Vonovia-Chef warnt vor Mangel an seniorengerechten Wohnungen

dpa Düsseldorf. Der Chef des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia, Rolf Buch, hat vor einem zunehmenden Mangel an Wohnungen für Senioren gewarnt. „Wir brauchen bis zum Jahr 2030 drei Millionen altengerechte Wohnungen und wir haben heute 700 000“, sagte Buch am Montagabend bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf. Um das sich verschärfende Problem zu lösen, sei eine gemeinsame Anstrengung von Wohnungswirtschaft und Politik nötig.

Vonovia-Chef warnt vor Mangel an seniorengerechten Wohnungen

Der Schriftzug von Vonovia hängt an der Firmenzentrale. Foto: Marcel Kusch/Archivbild

Nur mit Neubauten sei das Problem aber nicht zu lösen. Es werde nicht reichen, „selbst wenn wir nur noch altengerechte Wohnungen bauen“. Deshalb sei der Umbau bestehender Wohnungen notwendig. Vonovia werde deshalb jede dritte frei werdende Wohnung für die Bedürfnisse von Senioren umbauen.

Wohnen sei ein Grundbedürfnis, betonte Buch. „Ein freies Spiel der Kräfte auf dem Wohnungsmarkt ist sicher nicht die richtige Maßnahme.“ Die Mietpreisbremse hält der Vonovia-Chef nach eigenen Worten für „temporär richtig“. Diese schreibt vor, dass in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt die Miete von Bestandswohnungen bei Wiedervermietungen höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liege darf. Die Mietpreisbremse müsse aber auch durchgesetzt werden, forderte Buch. Der Blick in Immobilienportale lege nahe, dass das nicht überall geschehe.

Den in Berlin geplanten Mietendeckel kritisierte Buch dagegen. Dieser werde das Problem des Wohnungsmangels nicht lösen. Wenn nicht mehr gebaut werde, bestehe sogar die Gefahr eines Schwarzmarkts für Wohnungen.

Nach Buchs Angaben sind rund zehn Prozent der etwa 350 000 Vonovia-Wohnungen in Berlin.