NRW

Warnstreiks im NRW-Einzelhandel: Ikea betroffen

Einzelhandel

Mittwoch, 16. Juni 2021 - 05:45 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Corona hatte für den Einzelhandel starke Auswirkungen: Während Supermarktketten in Zeiten geschlossener Restaurants deutlich mehr Geschäft machten, kämpften Modehändler mit knappen Kassen. Nun ringen Branchenvertreter um einen neuen Tarifvertrag.

Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Im Tarifstreit in Nordrhein-Westfalens Einzelhandel kommt es zu Warnstreiks. Die Gewerkschaft Verdi kündigte für Mittwoch Arbeitsniederlegungen in zahlreichen Städten an, darunter Duisburg, Gelsenkirchen, Bonn, Köln, Essen und Düsseldorf. Es geht um die Innenstädte und um Standorte der Möbelhauskette Ikea. In Dortmund soll es eine Kundgebung geben - Beschäftigte von Ikea, Saturn, H&M und weiteren Ketten werden erwartet.

Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Geld und begründet dies unter anderem mit Finanzeinbußen der Beschäftigten in der Corona-Zeit, in der sie mit hohem Einsatz neue Konzepte wie Click & Collect umgesetzt oder trotz Angst vor einer Infektion weiter gearbeitet hätten.

Der Handelsverband NRW hält die Forderung für überzogen und bietet deutlich weniger - je nachdem wie stark die Firma betroffen war, soll es unterschiedliche Erhöhungsschritte geben. In der Vergangenheit hatten Warnstreiks im Einzelhandel häufig keine großen Auswirkungen für die Kundschaft, weil nur ein Teil der Belegschaft teilnahm und die Geschäfte trotzdem geöffnet waren.

Am kommenden Dienstag (22. Juni) sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Der Einzelhandel ist ganz unterschiedlich durch die Pandemie gekommen. Während das Geschäft von Supermarktketten wie Edeka und Rewe brummte, mussten Modehändler, Warenhausbetreiber und andere stationäre Händler heftige Einbußen hinnehmen, auch weil ihre Geschäfte zeitweise geschlossen sein mussten. Im Einzelhandel sind in NRW laut Verdi rund 700.000 Beschäftigte tätig. Der 2019 abgeschlossene, zwei Jahre gültige Tarifvertrag hatte eine Erhöhung um zunächst 3 Prozent und später um 1,8 Prozent gebracht.

© dpa-infocom, dpa:210616-99-11001/2

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