NRW

Wegen Kind und Beruf: Wüst gegen Sitzungen am Abend

Politik

Dienstag, 8. März 2022 - 20:15 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Bonn. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht ganz konkreten Handlungsbedarf im Alltag, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Gleichberechtigung zu stärken. „Keine Sitzungen in den Abendstunden“, sagte er am Dienstagabend bei einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag im alten Bonner Plenarsaal. Auch Sitzungen und Konferenzen per Videoschalte böten Müttern wie Vätern mehr Flexibilität.

Hendrik Wüst (r, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, lächelt. Foto: Oliver Berg/dpa

Die vergangenen zwei Jahre der Corona-Pandemie seien in puncto Gleichberechtigung eher ein Schritt zurück gewesen, bilanzierte der CDU-Politiker. „Vielfach waren es die Mütter, die zurückgesteckt haben, um Kita- und Schulschließungen zu überbrücken. Und es waren vor allem die Mütter, die Homeschooling und Homeoffice wuppen mussten.“

Trotz einzelner Fortschritte gebe es sowohl in der Politik als auch in Wirtschaft, Wissenschaft, in den Familien sowie der Gesellschaft allgemein „noch Luft nach oben“ in Sachen Gleichstellung von Männern und Frauen, stellte Wüst fest. So sei etwa in den Landtagen und im Bundestag der Frauenanteil in den vergangenen Jahren nicht deutlich genug gestiegen. „Ganz im Gegenteil. Selbstkritisch muss ich sagen: Das gilt auch für meine Partei“, räumte der CDU-Politiker ein. „Da müssen wir besser werden.“

Ziel der NRW-Koalition sei es, in Führungspositionen der Landesverwaltung bis 2025 eine paritätische Besetzung zu erreichen. Entsprechende Anstrengungen seien aber auch in den Dax-Vorständen sowie bei Promotionen und Habilitationen in der Wissenschaft nötig.

Selbst sexistische Beleidigungen gehörten „leider noch immer nicht der Vergangenheit an“, sagte der CDU-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl im Mai. „Besonders in den sozialen Medien müssen gerade Politikerinnen sich vielfach auf das übelste sexistisch beschimpfen lassen.“ Solche Entgleisungen widerten ihn einfach an, sagte Wüst. Es sei vor allem Sache der Männer, durch ihr Verhalten im Alltag, im Beruf und in der Familie dazu beizutragen, dass der im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigungsgrundsatz endlich Wirklichkeit werde.

© dpa-infocom, dpa:220308-99-439203/2

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