Wehrhahn-Anschlag nicht aufgeklärt

dpa/lnw Düsseldorf. Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass der Wehrhahn-Anschlag vor 20 Jahren bis heute nicht abschließend aufgeklärt ist. Dies sei „unverzeihlich und unbegreiflich“, erklärte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger anlässlich des 20. Jahrestages an diesem Montag laut einer Mitteilung. „Die Strafverfolgung muss sich weiterhin bemühen, den oder die Täter zur Verantwortung zu ziehen.“ Leutheusser-Schnarrenberger bezeichnete den Anschlag als „ein Verbrechen gegen uns alle, gegen unsere freiheitliche-demokratische Gesellschaft“.

Wehrhahn-Anschlag nicht aufgeklärt

Beamte sichern am 27.07.2000 Spuren im Eingangsbereich des S-Bahnhofs Wehrhahn in Düsseldorf. Foto: Gero Breloer/dpa/Archivbild

Bei dem Anschlag am 27. Juli 2000 war am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn eine Rohrbombe explodiert. Zehn Menschen wurden verletzt, darunter mehrere jüdische Einwanderer aus Osteuropa. Ein Metallsplitter durchbohrte ein ungeborenes Baby im Bauch seiner Mutter und tötete es. Die Opfer waren Schüler einer Sprachenschule.

Vor zwei Jahren wurde ein Beschuldigter, ein rechtsradikaler ehemaliger Militaria-Händler, vom Düsseldorfer Landgericht freigesprochen. Den Richtern reichten die vielen Indizien nicht, die die Ermittler gegen ihn zusammengetragen hatten. Rechtskräftig ist der Freispruch allerdings noch nicht. Die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt. Über sie wird demnächst der Bundesgerichtshof zu befinden haben, wenn ihm der Fall von der Bundesanwaltschaft vorgelegt wird.