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Welzer kritisiert langen Applaus für Friedenspreisträger

Montag, 24. Oktober 2022 - 22:30 Uhr

von dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Zhadan hatte in seiner Rede in Frankfurt kritisiert, manche europäischen Intellektuellen und Politiker würden den Ukrainern ihre Weigerung vorwerfen, sich zu ergeben. Daraus spreche ein falscher Pazifismus. Offenbar seien manche zugunsten persönlicher materieller Vorteile bereit, „ein weiteres Mal das totale, enthemmte Böse zu schlucken“.

Welzer sagte in Köln: „Ehrlich gesagt - noch einen kritischen Kommentar, wo ich wahrscheinlich auch wieder schieren Ärger dafür kriege: Die Veränderung des zivilisatorischen Sprechens, die sich unter anderem in bestimmten Sätzen des Friedenspreisträgers ausdrückt in Bezug auf die Gegner - die verstehe ich psychologisch aus seiner Perspektive, will ich auch überhaupt nicht kritisieren - aber sie sind kein Beitrag zur Zivilisation, sondern sie sind Teil eines dezivilisierenden Prozesses, der von anderen angestoßen worden ist. Und die eigentliche Kulturleistung von uns, den Dritten, würde doch genau darin bestehen, dass man sich in diesen Dezivilisierungsprozess nicht reinziehen lässt.“

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Welzer betonte dabei: „Niemand (...) würde in irgendeiner Weise irgendeinem Einzelnen, einer einzelnen Ukrainerin oder Ukrainer, jedes Wort abspenstig machen, das da geäußert wird. Warum nicht? Weil sie Betroffene sind, weil sie Angegriffene sind, weil sie bereits im Krieg sind. Und diese Position dann zu haben, hat jede Form von Legitimität. Es ist aber nicht dasselbe wie dritte Partei zu sein. Und diese Verwechslung findet seit dem Kriegsbeginn statt.“ In der Situation eines Dritten habe man ein viel größeres Handlungsspektrum zur Verfügung und könne nicht nur materielle Verteidigung mobilisieren, sondern auch Solidarität auf anderem Wege und Diplomatie zur Beendigung des Konflikts.


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Knapp drei Monate nach Absturz eines Kleinflugzeugs in Duisburg in der Nähe eines vollbesetzten Zirkuszeltes sind Experten-Einschätzungen zu dem Unglück bekannt geworden. Der 54 Jahre alte Pilot habe bei einer Kurve in geringer Höhe die Kontrolle über das Ultraleichtflugzeug (UL) verloren, heißt es in einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Das UL sei über die linke Tragfläche abgekippt, beim Aufprall am Boden sei dann der Brand entstanden. Der Pilot und sein Fluggast waren ums Leben gekommen. Auch die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ hatte über die BFU-Erkenntnisse berichtet.