Widerstand am Niederrhein gegen Verlängerung des Kiesabbaus

dpa/lnw Düsseldorf. Am Niederrhein wächst der Widerstand gegen die von der Landesregierung geplante Verlängerung des umstrittenen Kies- und Sandabbaus. Die im Entwurf für den Landesentwicklungsplan (LEP) vorgesehene Ausdehnung von 20 auf 25 Jahre sei nicht hinnehmbar, sagte der Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller (SPD), am Freitag in Düsseldorf. Gestützt auf ein Rechtsgutachten drohte er mit einer Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster, sollte der Plan vor der Verabschiedung im Landtag nicht geändert werden.

Widerstand am Niederrhein gegen Verlängerung des Kiesabbaus

Förderbänder stehen in einer Kiesgrube, in der Kies und Sand getrennt werden. Foto: arifoto UG/dpa/Archivbild

Wenn der sogenannte Versorgungszeitraum für den Kiesabbau um weitere fünf Jahre verlängert werde, würde eine Fläche in der Größe von 420 Fußballfeldern „unwiederbringlich zerstört“, sagte Landrat Müller. Seit mehr als 20 Jahren kämpften Städte und Bürgerinitiativen am Niederrhein dagegen, „dass sich hier Baggerloch an Baggerloch reiht“. Eine einzigartige Kulturlandschaft werde zum „Schweizer Käse“ gemacht.

Der Rechtswissenschaftler Professor Martin Kment von der Universität Augsburg kommt in einem Gutachten zu dem Schluss, dass die Landesregierung nicht ermittelt habe, welcher Kies-Bedarf eigentlich zu sichern sei. Damit wäre nach seiner Ansicht die Ausweisung weiterer Abbauflächen angreifbar.

Im Jahr 2017 wurden in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Statistischen Landesamts (IT.NRW) 63 Millionen Tonnen Kies, Sand, Ton und Kaolin im Wert von knapp 500 Millionen Euro abgebaut. Ein Viertel davon wurde am Niederrhein in den Kreisen Kleve und Wesel gefördert.