NRW

Widerstand gegen Novelle: Barrierefreies Bauen geschwächt

Bau

Dienstag, 2. Februar 2021 - 15:24 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die geplante Bau-Novelle der nordrhein-westfälischen Landesregierung stößt auf wachsenden Widerstand. Sowohl das von 21 Organisationen getragene Bündnis „Wir wollen wohnen“ als auch die SPD-Opposition und die Behindertenbeauftragte der Landesregierung beklagten, das Gesetzesvorhaben schwäche barrierefreies Bauen. Am Freitag werden im Düsseldorfer Landtag Sachverständige zu den Regierungsplänen gehört. Die neue Landesbauordnung soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

In der am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung, die unter anderem vom Deutschen Mieterbund, dem Sozialverband VdK und der Arbeiterwohlfahrt unterzeichnet ist, heißt es, beim Bau barrierefreier Wohnungen für Ältere und Behinderte hinke NRW hinterher. Trotzdem wolle die Landesregierung die Standards absenken.

Demnach sollten Wohnungen künftig nur noch „im erforderlichen Umfang“ barrierefrei sein. Die Einfügung eines solchen unbestimmten Rechtsbegriffs führe zu erheblicher Unsicherheit, kritisierte das Bündnis. Die SPD-Opposition forderte, Barrierefreiheit in der Landesbauordnung verbindlich zu regeln.

Zuvor hatte bereits die Behindertenbeauftragte der Landesregierung Claudia Middendorf gesagt: „Barrierefreiheit ist mehr als eine wohlwollende Nettigkeit.“ Der Änderungsentwurf der Landesregierung widerspreche den Grundsätzen der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die Deutschland unterzeichnet habe.

„Ein Wegfall der Regelungen zum nachträglichen Einbau von Treppenliften ist ebenso wenig hilfreich wie ein Aufzug, der zwar barrierefrei erreichbar, jedoch nicht barrierefrei sein muss“, kritisierte Middendorf. Barrierefreies Bauen und Wohnen müsse Standard werden statt auf bestimmte Räume und Zugänge beschränkt zu bleiben. Daher müsse es eine Neuauflage der geplanten Novelle geben.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-271024/2


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