Wirbel um Laschet-Buch: Betroffener Autor gelassen

dpa Berlin. Nach Wirbel um eine ähnliche Passage in einem Buch von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet wie in einem anderen Text hat sich der betroffene Wissenschaftler Karsten Weitzenegger entspannt geäußert. „Es handelt sich inhaltlich eher um Allgemeinwissen. Ich strenge dafür keinen Urheberrechtsprozess an“, sagte Weitzenegger der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend auf Anfrage. Der Plagiatsprüfer Martin Heidingsfelder habe ihn am Donnerstag überraschend angerufen und ihm mitgeteilt, dass seiner Software zufolge Passagen aus einem Buch Laschets aus „meinem Papier“ stammten. Bei dem „Papier“ handele es sich um einen Beitrag, den er im Juli 2008 bei einem soziologischen Migrationskongress in Bielefeld eingebracht habe, berichtete Weitzenegger.

Wirbel um Laschet-Buch: Betroffener Autor gelassen

Das Buch von Armin Laschet „Die Aufsteiger Republik-Zuwanderung eine Chance“ steht in einem Regal. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Zuvor war auf Twitter eine Gegenüberstellung von Heidingsfelder veröffentlicht worden, die eine auffallende Ähnlichkeit zwischen einer Passage des Laschet-Buchs „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ von 2009 und einer anderen Publikation zeigte. Weitzenegger hatte die Passage in der Nacht zu Freitag öffentlich gemacht, sich aber danach zunächst nicht weiter geäußert.

Laschet räumte am Freitag umgehend Fehler in seinem Buch ein und entschuldigte sich. „Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt“, sagte Laschet auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen.“

Weitzenegger betonte nun zu seinem Papier: „Ich bin froh, wenn die Politik Gedanken daraus aufnimmt. Falls mich Herr Laschet gefragt hätte, würde ich das gerne erlauben.“

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