Woelki räumt eigene Fehler ein

dpa Köln. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat eigene Fehler im Umgang mit mutmaßlichen Missbrauchstätern eingeräumt. So habe er im Fall des mutmaßlichen Missbrauchstäters O. zwar seine rechtliche Pflicht erfüllt, aber er frage sich trotzdem, ob er „alles Menschenmögliche“ zur Aufklärung getan habe, sagte Woelki am Dienstag in Köln. „Das habe ich nicht getan. Ich hätte nicht nach Rom melden müssen, aber ich hätte es tun können und auch tun sollen.“ Der inzwischen gestorbene Priester O. soll Ende der 70er Jahre einen Kindergartenjungen missbraucht haben.

Woelki räumt eigene Fehler ein

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, spricht bei einer Pressekonferenz des Erzbistum Köln. Foto: Oliver Berg/dpa

Woelki nannte auch den Fall eines anderen Priesters, der in den 90er Jahren schwersten Missbrauch an Kindern begangen habe. Hier hätte er den Priester vielleicht früher suspendieren sollen, sagte Woelki. Er bezeichnete dies als „beschämendes Beispiel für meine persönliche Unzulänglichkeit“.

Gleichwohl halte er einen Rücktritt nicht für angebracht, sagte Woelki. „Die Probleme würden nach meinem Weggang bleiben. So ein Rücktritt wäre nur ein Symbol, das höchstens für eine kurze Zeit hält.“

In der vergangenen Woche hatten Juristen ein von Woelki in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen vorgestellt. Mehreren Verantwortungsträgern des Erzbistums warfen die Gutachter Pflichtverletzungen vor, so dem früheren Personalchef und heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße und dem 2017 gestorbenen Kardinal Joachim Meisner. Heße hat dem Papst mittlerweile seinen Amtsverzicht angeboten.

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