Wolfsburg sichert siebten Pokalsieg in Folge

Von Von Holger Schmidt, dpa

dpa Köln. Der VfL Wolfsburg hat in Unterzahl seine imponierende Erfolgsserie im DFB-Pokal der Frauen fortgesetzt und trotz Rot für Nationaltorhüterin Almuth Schult zum siebten Mal in Serie den Titel geholt. Die Wölfinnen besiegten im Finale in Köln Eintracht Frankfurt mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung und feierten damit den 42. Sieg in diesem Wettbewerb nacheinander. Ewa Pajor erzielte am Sonntag in der 118. Minute das späte Siegtor für die Mannschaft von Trainer von Stephan Lerch, der im Sommer zur männlichen U17 von 1899 Hoffenheim wechselt. Kapitänin Schult sah in der Verlängerung zuvor die Rote Karte für eine ungeschickte Attacke beim Herauslaufen.

Wolfsburg sichert siebten Pokalsieg in Folge

Ewa Pajor (vorne) und Pia-Sophie Wolter jubeln nach dem Tor. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild

Hoffnungsträger im Kampf um das fünfte Double in Folge sind nun ausgerechnet die Frankfurterinnen, die am letzten Spieltag beim FC Bayern München antreten. Der Tabellenführer, den Wolfsburg im Pokal-Halbfinale ausgeschaltet hatte, geht mit zwei Punkten Vorsprung auf den VfL und der um 23 Treffer besseren Tordifferenz in das Saisonfinale am 6. Juni. Frankfurt hat im ersten Jahr nach der Fusion mit dem 1. FFC als Sechster den Europacup verpasst, nun blieb trotz großen Kampfes auch der erste Titel verwehrt. Der Vorgänger-Club, der Wolfsburg 2013 im Pokal zuletzt besiegte, ist mit neun Erfolgen immer noch Rekord-Gewinner, Wolfsburg hat nun deren acht.

Die Frankfurterinnen hatten sich auf besondere Weise zu motivieren versucht. Trainer Nikos Arnautis zeigte am Freitag ein Video vom 3:1-Finalsieg der Eintracht-Herren 2018 gegen den FC Bayern. Und Clubpräsident Peter Fischer hatte in einem Video dazu aufgerufen, eine „Schwester“ für den Männer-Pokal „gegen die Kotflügel aus Wolfsburg“ zu gewinnen.

Der Außenseiter hielt auch leidenschaftlich dagegen. Die technische Überlegenheit des VfL war aber augenscheinlich, und so kamen anfangs nur die Wolfsburgerinnen zu Chancen durch Pajor, deren abgefälschter Schuss knapp vorbeiging (9.), oder Fridolina Rolfö (13.).

Nach einer halben Stunde dann der Schock für die Eintracht: Kapitänin Tanja Pawollek, die im defensiven Mittelfeld bis dahin für große Ordnung gesorgt hatte, verletzte sich bei einem Pressschlag mit Lena Oberdorf am Knie. Die 22-Jährige schrie vor Schmerzen laut auf und musste ausgewechselt werden. Bis zur Pause drückte nun der VfL, doch Oberdorf traf nur den Pfosten (42.).

Direkt nach der Pause verletzte sich auch Wolfsburgs Joelle Wedemeyer möglicherweise schwerer und musste vom Feld. Der Druck des Seriensiegers wurde trotzdem immer größer, doch die Frankfurterinnen lieferten dem VfL eine erbitterte Abwehrschlacht. In der 59. Minute hätten sie sogar fast den entscheidenden Konter gesetzt, doch die bis dahin gar nicht geprüfte Nationaltorhüterin Schult hielt den Schuss von Alexandra Johannsdottir souverän mit einer Hand. Auf der anderen Seite lenkte Merle Frohms einen sich senkenden Versuch von Rolfö kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit an den Pfosten.

Als Schult in der Verlängerung (98.) beim Herauslaufen die auf sie zustürmende Lara Prasnikar statt des Balls erwischte, musste sie vom Feld und saß danach weinend auf der Tribüne. Prasnikar wurde in aussichtsreicher Position (115.) abgeblockt, auf der anderen Seite wurde Pajor mit ihrem platzierten Flachschuss zur Matchwinnerin.

© dpa-infocom, dpa:210530-99-798086/3