NRW

Zahl der Aufenthaltstitel für Geduldete verdoppelt

Kommunen

Mittwoch, 17. März 2021 - 06:36 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Zahl der geduldeten Ausländer, die eine Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, hat sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. So gab es Ende Februar 2019 erst 660 Personen, die mittels einer sogenannten Aufenthaltsgewährung für gut integrierte Ausländer eine sichere Bleibeperspektive erhalten haben - inzwischen ist der Wert auf über 1330 gestiegen. Das geht aus einem Bericht des Flüchtlingsministeriums für den Integrationsausschuss an diesem Mittwoch hervor. Diese „erfreuliche Entwicklung“ gelte es zu verfestigen, betonte Minister Joachim Stamp (FDP) in dem Papier.

Mit dem Ziel, die Zahl von Geduldeten zu reduzieren und gut Integrierten eine Bleibeperspektive einzuräumen, hatte das Ministerium vor knapp zwei Jahren die Ausländerbehörden aufgefordert, Spielräume bei der Gewährung dieser Aufenthaltstitel auszuschöpfen. Nach Angaben des Flüchtlingsrates NRW gelten für eine Aufenthaltserlaubnis für Geduldete durch ein Bundesgesetz hohe Hürden: So müssen die Geduldeten mehrere Jahre hier leben, Sprachkenntnisse vorweisen und einen gesicherten Lebensunterhalt haben. Im Frühjahr 2019 hatte das Integrationsministerium bei der Auslegung des Gesetzes unter anderem die Möglichkeit eingeräumt, die Mindestaufhaltszeit in Deutschland zu verkürzen, wenn man sich im Job bewährt habe.

„Wir begrüßen die Bemühungen der Landesregierung, hier mehr Menschen eine sichere Perspektive zu geben“, sagte Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates NRW, der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlen zeigten nun, dass gutwillige Ausländerbehörden von diesen gelockerten Möglichkeiten Gebrauch gemacht hätten. Insgesamt konnten aber noch immer vergleichsweise wenige der rund 66 000 Geduldeten in NRW davon profitieren. „Darunter sind deutlich mehr, die schon lange genug hier und gut integriert sind“, sagte Naujoks. Vielen werden demnach weiterhin Steine in den Weg gelegt, etwa weil ein Pass oder eine Arbeit fehle. Letztere sei aber ohne Aufenthaltsgenehmigung schwer zu bekommen.

© dpa-infocom, dpa:210317-99-853977/2

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