NRW

Zahl der Waffenscheine nimmt weiter zu

Waffen

Donnerstag, 16. April 2020 - 08:59 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Immer mehr Menschen beantragen den kleinen Waffenschein. Die Gewerkschaft der Polizei sieht das kritisch: Mit Schreckschusswaffen oder Pfeffersprays sei eine „trügerische Sicherheit“ verbunden.

In den vergangenen Monaten haben erneut mehr Menschen einen kleinen Waffenschein beantragt. Die Zahl sei von Dezember 2019 bis März 2020 um gut 2000 gestiegen, teilte das nordrhein-westfälische Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Insgesamt hatten im März 169 055 Menschen in Nordrhein-Westfalen einen kleinen Waffenschein. Binnen eines Jahres erhöhte sich die Zahl dieser ausgegebenen Dokumente um fast 1000 pro Monat: von rund 155 626 im Dezember 2018 auf 167 002 im Dezember 2019.

Der Schein muss beantragt werden und berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen außerhalb der eigenen Wohnung. Das Mitführen bei öffentlichen Veranstaltungen, etwa Demonstrationen oder Sportereignissen, ist aber verboten.

„Voraussetzung für die Erlaubnis ist die Vollendung des 18. Lebensjahres“, heißt auf der Internetseite der Polizei in NRW. Zudem würden die Zuverlässigkeit des Antragstellers und „die persönliche Eignung zum Führen einer Waffe“ geprüft. Unter anderem würden dazu Auskünfte aus dem polizeilichen Systemen herangezogen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen sieht den steten Anstieg der Anträge kritisch. Hintergrund sei ein Unsicherheitsgefühl der Menschen, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Michael Maatz: „Wir sehen, dass Teile der Bevölkerung dem Staat nicht zutrauen, sie zu schützen und sich lieber bewaffnen wollen.“

Es sei aber eine trügerische Sicherheit mit dem Tragen von Pfeffersprays oder täuschend echt aussehenden Schreckschusspistolen verbunden. „Wir sehen in diesen Waffen mehr eine Gefahr als eine Schutzfunktion“, sagte Maatz. Hilfreicher sei ein lautes akustisches Warnsignal, das abschrecke und auf eine Bedrohung aufmerksam mache.

Maatz betonte, es sei für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wichtig, dass mehr Polizei auf der Straße sichtbar sei. Für eine solche Steigerung der Präsenz solle die Zahl von 2500 Polizisten, die jährlich die Ausbildung beginnen, beibehalten werden.


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