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Zauber-Fußball nach Essen-Blamage: Bayer wirbelt VfB weg

Fußball

Samstag, 6. Februar 2021 - 17:45 Uhr

von Von Holger Schmidt, dpa

dpa Leverkusen. Mit zeitweiligem Zauber-Fußball hat Bayer Leverkusen vier Tage nach dem peinlichen Pokal-Aus bei Viertligist Rot-Weiss Essen eindrucksvoll Wiedergutmachung betrieben. Die Werkself bezwang ihren Lieblingsgegner VfB Stuttgart am Samstag mit 5:2 (2:0) und wirbelte dabei wie in besten Zeiten. Allerdings hatte Bayer auch Glück, dass es statt des 3:1 keinen Handelfmeter für Stuttgart gab. Es war der 37. Bundesliga-Sieg gegen die Schwaben, gegen keinen anderen Rivalen gewann Leverkusen öfter.

Leverkusens Bailey (v.l.) trifft gegen Stuttgarts Mavropanos und Torhüter Kobel zum 3:1. Foto: Marius Becker/dpa-Pool/dpa

Matchwinner waren Ex-Nationalspieler Demirbay, der die ersten beiden Treffer (18./31.) erzielte, und Moussa Diaby, der drei Treffer vorbereitete. Auch die von Leon Bailey (56.) und Florian Wirtz (68.), der als erster Spieler unter 18 Jahren schon fünf Bundesliga-Tore hat. Der aus Leicester geholte Demarai Gray setzte beim Debüt zehn Minuten nach der Einwechslung den Schlusspunkt (84.). Sasa Kalajdzic schoss beide VfB-Tore (50./78.).

Durch den Sieg setzte Leverkusen nach zwei Niederlagen zum Rückrunden-Start mal wieder ein Zeichen im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Stuttgart, das am Mittwoch durch ein 1:2 gegen Mönchengladbach ebenfalls im Pokal-Achtelfinale gescheitert war, verlor nun drei der jüngsten vier Liga-Spiele, hat aber mit 25 Punkten noch einen komfortabelen Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Bayer war offenbar fest gewillt, sich für die 1:2-Blamage in Essen zu rehabilitieren und legte offensiv los. Bereits in der zweiten Minute wäre fast das 1:0 gefallen, doch VfB-Keeper Gregor Kobel lenkte einen Schuss von Leon Bailey an die Latte. Gerade als die Schwaben sich aus der Umklammerung zu befreien schienen und durch Philipp Förster auch eine gute Chance hatten (14.), belohnte sich Bayer für die starke Anfangsphase. Einen Schuss des wieder einmal sehr agilen Moussa Diaby parierte Gregor Kobel noch, den Abpraller verwertete aber Demirbay im Springen mit dem Außenrist.

Der VfB verlor nun wieder den Faden und musste bereits nach der Hälfte der ersten Halbzeit wechseln. Sturmspitze Nicolas Gonzalez hatte sich bei einem Zusammenprall mit Bayer-Keeper Lukas Hradecky verletzt, für ihn kam Kalajdzic. Doch Bayer war nun turmhoch überlegen, und die Gäste hatten Glück, dass vor der Pause nur noch ein Tor fiel. Für Demirbay, der diesmal nach Ablage von Bailey traf, war es im 117. Bundesliga-Spiel der zweite Doppelpack. Der erste war ihm im April 2017 beim 5:3 von Hoffenheim gegen Gladbach gelungen.

Hätte Jonathan Tah in der 48. Minute das Tor statt des Außenpfostens getroffen, wäre das Spiel wohl gelaufen gewesen. So fiel im Gegenzug der Anschluss durch Kalajdzic nach Vorlage des zur Pause gekommenen Erik Thommy. Als Bailey das 3:1 erzielte, glaubten viele beim folgenden Videobeweis, es werde ein Handspiel von Timothy Fosu-Mensah im Leverkusener Strafraum gecheckt. Geprüft wurde aber nur, ob Vorlagengeber Diaby im Abseits stand. Das Tor zählte. Die Entscheidung war gefallen, aber noch längst nicht das letzte Tor.

© dpa-infocom, dpa:210206-99-330193/2

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