NRW

Zoll deckt organisierte Schwarzarbeit am Bau auf

Kriminalität

Dienstag, 30. Januar 2018 - 15:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Krefeld. Mit dem bislang größten Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit in Nordrhein-Westfalen hat der Zoll ein kriminelles Netzwerk ausgehoben, das einen Schaden von rund 48 Millionen Euro verursacht haben soll. An der Betrugsmasche sollen 450 Baufirmen beteiligt gewesen sein, wie Zoll und Polizei am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Krefeld berichteten.

Beamte des Zolls führen eine Warnkelle "Halt Zoll" mit sich. Foto: Holger Battefeld

Bei einer landesweiten Razzia waren seit dem frühen Dienstagmorgen mehr als 1100 Beamte von Zoll und Polizei im Einsatz. Sie durchsuchten 140 Wohnungen und Geschäftsräume, acht Männer und Frauen wurden mit Haftbefehl festgenommen. Die Fahnder beschlagnahmten Waffen, Bargeld und mehrere Fahrzeuge.

Nach Angaben der Ermittler haben die Beschuldigten über ein Firmengeflecht den Bauunternehmen Scheinrechnungen für gar nicht erbrachte Leistungen ausgestellt. Die Firmen hätten die Rechnungen bezahlt und das Geld nach Abzug einer Provision von bis zu 10 Prozent in bar zurück erhalten, sagte der Sprecher der Ermittlungskommission, Heinz Michael Horst. Die Scheinrechnungen seien als Betriebsausgaben verbucht worden. Mit dem von den Scheinfirmen zurückgezahlten Geld hätten die Bauunternehmen dann tatsächliche Schwarzarbeit bezahlt. Auf diese Weise hätten die Firmen Steuern und Sozialabgaben hinterzogen. 


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