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Zurückgehaltenes Gutachten fordert Wandel in der Kirche

Kirche

Donnerstag, 25. März 2021 - 13:36 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Das vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bisher zurückgehaltene Missbrauchsgutachten fordert einen Kulturwandel in der katholischen Kirche. Dem derzeitigen männerbündlerischen System müsse unter anderem durch die Berufung von Frauen in Führungspositionen entgegengewirkt werden, empfiehlt die Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl, deren Gutachten am Donnerstag vom Erzbistum Köln erstmals unter strengen Auflagen zur Einsicht freigegeben wurde.

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. Foto: Oliver Berg/dpa-Pool/dpa/Archivbild

Die Gutachter untersuchten den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester. Ihre Untersuchung wurde von Woelki bisher unter Verschluss gehalten, wofür er äußerungsrechtliche Bedenken anführt. Westpfahl Spilker Wastl weist die Vorwürfe zurück. Woelki gab stattdessen ein neues Gutachten bei dem Kölner Strafrechtler Björn Gercke in Auftrag, das in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde.

Ebenso wie Gercke sehen auch die Gutachter von Westpfahl Spilker Wastl Pflichtversäumnisse unter anderem bei Woelkis Vorgänger Joachim Meisner (1933-2017) und beim früheren Kölner Personalchef Stefan Heße, heute Erzbischof von Hamburg. Heße hat den Papst mittlerweile um seine Entlassung gebeten. Woelki wird auch in dem bisher zurückgehaltenen Gutachten nicht belastet.

Die Gutachter von Westpfahl Spilker Wastl dokumentieren einerseits, inwiefern etwa aufeinanderfolgende Erzbischöfe und Generalvikare Vorwürfen gegen Priester nicht entschieden nachgingen, die mutmaßlichen Sexualstraftäter nicht bestraften und sich wenig um die Opfer kümmerten. Andererseits werden aber auch Faktoren aufgeführt, die nach Meinung der Gutachter im spezifischen System der katholischen Kirche den Missbrauch von Kindern begünstigen können.

© dpa-infocom, dpa:210325-99-967744/2

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